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Europäisches Fachgespräch zu den Ambivalenzen bei der Unterstützung Pflegebedürftiger durch ausländische Care Arbeiter:innen

Bild Europäisches Fachgespräch

[24. 9. 2021] Am 23. September thematisierte die AGF in einem Europäischen Fachgespräch die Ambivalenzen, die aus Familiensicht bei der  Unterstützung Pflegebedürftiger durch ausländische Care Arbeiter*innen in der Häuslichkeit entstehen. Intensiv betrachtet wurden dabei die Perspektiven der Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen sowie die Situation der Care-Arbeiter:innen und ihrer Familien in den Entsendeländern.

 

Ca. 35 Expert/innen aus europäischen Staaten kamen zusammen, um die familienpolitische Herausforderungen zu diskutieren, die durch die Betreuung und Pflege älterer Menschen in Privathaushalten durch (überwiegend weibliche) Care-Arbeiter*innen aus dem Ausland in Form von sogenannten „24-Stunden Betreuungen“ bzw. Live-In-Arrangements entstehen.

 

Nicht nur haben die überwiegend weiblichen Arbeitskräfte nur unzureichenden arbeitsrechtlichen Schutz, sondern kommt aus familienpolitischer Sicht hinzu, dass die Frauen in ihren Heimatländern häufig selbst minderjährige Kinder oder pflegebedürftige Angehörige haben, um deren Betreuung sie sich während der teilweise wochen- bis monatelangen Einsätzen in den Privathaushalten nicht kümmern können.

 

Trotz der bekannten kritischen Situation der Care-Arbeiter*innen werden Live-In- und 24-Stunden-Pflege-Arrangements von vielen Familien mit pflegebedürftigen älteren Angehörigen als positive Betreuungsalternative wahrgenommen. Gründe liegen u.a. in den als nicht ausreichend auf die spezifischen Bedürfnisse von rund-um-die-Uhr-Betreuungsbedürftigen zugeschnittenen Angebote der formalisierten/ offiziellen ambulanten Pflegedienste. Zum Teil sind es aber auch einfach finanzielle Erwägungen, die Familien auf die Unterstützung von prekären Pflege-/ Haushaltskräften zurückgreifen lassen.

 

Das Fachgespräch bot mit Eingangsstatments und zahlreichen Diskussionsbeiträgen die Gelegenheit, diesen unterschiedlichen Perspektiven eine Stimme zu geben und nach Lösungsvorschlägen zu suchen. Wichtige Fragestellungen waren dabei:

 

  • Wie stellt sich die Situation in den Haushalten pflegebedürftiger älterer Menschen dar, die Live-Ins praktizieren? Welche Probleme der bedarfsgerechten Versorgung bestehen?
  • Wie ist die Situation der Care-Arbeiter*innen in Live Ins? Welche Motivation haben die Care-Arbeiter*innen? Welche Probleme bestehen in den Live Ins?
  • Welche Rückwirkungen hat die Beschäftigung in Live-Ins auf die Familien der Care-Arbeiter*innen in den Entsendeländern?
  • Welche (familien-)politischen Forderungen leiten sich daraus auf nationaler und EU-Ebene ab?

 

Blick ins Publikum

 

Der Ablauf des Gesprächs (jeweils Eingangsstaements und Diskussion):

 

  • Das europäische Pflegegrenzregime: Ungleichheiten und Vermarktlichung der Pflege
    Dr. Zuzana Uhde, Czech Academy of Sciences, Institute of Sociology 
  • Live-ins als Betreuungsmodell: Schlaglichter auf die Perspektiven von Care-Arbeiter*innen
    Justyna Oblacewicz, Faire Mobilität

 

Perspektiven von Familien mit älteren Pflegebedürftigen auf Live-Ins

  • „Defizite / Leerstellen in der Pflegeversorgung und Live-Ins“
    Ulrike Kempchen, BIVA, Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.
 
Perspektiven der Familien in den Entsendeländern
  • „Auswirkungen auf Familien in den Entsendeländern der Care Arbeiter*innen“
    Silvia Dumitrache, Associazione Donne Romene in Italia – ADRI
  • „Transnationale Care-Arbeit über Kontinente – das Beispiel Spanien“
    Magdalena Díaz Gorfinkiel, Universidad Carlos III de Madrid

 

Notwendige Regulierungen von Live-Ins

  •  „Erfahrungen mit unterschiedlichen juristischen Regulationsmechanismen“ Michael Leiblfinger, Johannes Kepler Universität Linz und LeiblfingerResearch
  • „Gewerkschaftliche Erfahrungen und Perspektiven“
    Dietmar Erdmeier, ver.di


Diskussion zu politischen Empfehlungen aus nationalstaatlicher und europäischer Perspektive

 

Zu der Veranstaltung wird eine Dokumentation erstellt. Bei Interesse daran schicken Sie bitte eine kurze Nachricht an info @ ag -familie . de