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EU-Kommission legt Vorschlag für eine Child Guarantee / Kindergarantie vor

Titelseite Child Guarantee

[25. 3. 2021] Im Rahmen der am 24.3.2021 vorgelegten EU-Strategie für Kinderrechte hat die EU-Kommission den Mitgliedstaaten einen Vorschlag zur Einführung einer Europäischen Kindergarantie vorgelegt. Die Child Guarantee soll Kindern in Europa Zugangsrechte zu Ressourcen zusichern, die für ihr Wohlergehen, ihre gute Entwicklung notwendig sind und die ihnen erlauben, ihr Potenzial unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund voll auszuschöpfen.

 

Der Vorschlag der EU-Kommission für die Child Guarantee steht vor dem Hintergrund, dass über 22 % aller Kinder in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Sie sieht vor, dass die Mitgliedstaaten bedürftigen Kindern freien und niedrigschwelligen Zugang zu folgenden Leistungen zu gewähren:

  • frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung
  • Bildung und schulbasierten Aktivitäten
  • mindestens einer gesunden Mahlzeit pro Schultag
  • Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung

Die Kommission empfiehlt den Mitgliedstaaten außerdem, bedürftigen Kindern effektiven Zugang zu gesunder Nahrung und angemessenem Wohnraum zu gewähren.

 

Gruppen, die als „bedürftige Kinder“ definiert werden, sind:

 

  • Kinder in prekären familiären Situationen
  • obdachlose Kinder oder Kinder, die von schwerer wohnungsbezogener Entbehrung betroffen sind
  • Kinder mit Behinderung
  • Kinder mit Migrationshintergrund
  • Kinder aus einer ethnischen Minderheit (insbesondere Roma)
  • Kinder in alternativen Formen der Betreuung (insbesondere in Betreuungseinrichtungen)

 
Die Child Guarantee soll als ein Baustein innerhalb der EU-Strategie für Kinderrechte dazu beitragen, die generationsübergreifende Weitergabe familiärer Armut und daraus entstehende Benachteiligung mit tief greifenden‐ und langfristigen Auswirkungen auf Kinder zu durchbrechen.


Die Regierungen der Mitgliedstaaten sind nun aufgefordert, die Child Guarantee zu unterstützen und im Europäischen Rat gemeinsam zu beschließen. Innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Annahme sollen die Regierungen jeweils  nationale Child Guarantee-Koordinator/innen ernennen und einen nationalen Aktionsplan vorlegen.

Die AGF hatte bereits im September letzten Jahres eine gemeinsame Fachtagung mit der COFACE Families Europe zur „Child Guarantee“ durchgeführt, in der Anforderungen an diese EU Initiative aus Sicht der Familienorganisationen diskutiert wurden. Die Dokumentation der Fachtagung mit ca. 80 Teilnehmenden aus 20 Staaten finden Sie hier.


Die AGF unterstützt die Kommission-Initiative der „Kindergarantie“ und sieht darin einen Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland und Europa. Sie plant diesen Prozess der Umsetzung auf nationaler Ebene zu begleiten, indem sie sich mit einer Reihe von Fachgesprächen den einzelnen Themenbereichen nähert und diskutiert, was eine Umsetzung in und für Deutschland bedeutet.

 

In diesem Jahr werden zunächst mit zwei Gespräche zu den Themen "Zugang zu geeigneter Ernährung" (in Kooperation mit der Plattform Ernährung und Bewegung - peb) und "Zugang von Kindern zu kostenloser medizinischer Versorgung und Gesundheitsförderung" (mit dem Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit) stattfinden.

 

Zur weiteren Begleitung der Prozesses zur Implementierung und Umsetzung der Kindergarantie bereitet die AGF die wichtigsten Informationen und den jeweils aktuellen Stand auf.