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Familiengerechte Arbeitswelt statt Familienplanung auf Eis

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[24. 10. 2014] Anlässlich der Diskussionen um den Vorschlag, dass Unternehmen für Mitarbeiterinnen die Kosten für das Einfrieren von Eizellen für eine spätere Schwangerschaft übernehmen, erklären die Familienorganisationen: Dieses sogenannte Social Freezing ist ein völlig falscher Ansatz im Sinne einer familiengerechten Arbeitswelt. Stattdessen fordern sie, die Gleichzeitigkeit von Kind und Karriere zu ermöglichen – durch eine familienbewusste Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeitmodelle und eine qualitativ wie quantitativ gute Kinderbetreuung.

 

„Mit ihrem Vorstoß zum arbeitgeberfinanzierten Social Freezing setzen die Unternehmen ein ganz falsches Signal“, so der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) e.V., Dr. Klaus Zeh. „Wir brauchen eine Arbeitswelt, die es Eltern ermöglicht, Familie und Beruf sinnvoll zu vereinbaren. Die Lösung kann nicht sein, die Familienphase auf unbestimmte Zeit zu verschieben.“

Gute Arbeitsbedingungen statt gefrorener Eizellen

Frauen und Männer mit Kinderwunsch brauchen stabile und sichere Verhältnisse, um sich für Kinder zu entscheiden. Deshalb fordern die Familienorganisationen, die Arbeitswelt familienorientierter zu gestalten, anstatt die Familienphase durch Social Freezing weiter an die Unternehmensbedarfe anzupassen. Flexible Arbeitszeitmodelle, die sich am familiären Alltag und nicht an permanenter Verfügbarkeit orientieren und ein wirksames Rückkehrrecht aus der Teilzeit gehören zu den von der AGF eingeforderten Maßnahmen. Zudem sollten bedarfsgerechte und hochwertige Angebote der Kinderbetreuung und ein effektiver Schutz vor Armut die Familienplanung unterstützen.

Social Freezing hingegen erleichtert es Familien nicht, ihre eigenen Lebensentwürfe umzusetzen. Vielmehr erhöht es den Druck auf Mitarbeiterinnen, die Kinderplanung zu verschieben und nimmt Arbeitgeber aus der Pflicht, für eine gute Vereinbarkeit während der Karrierephase zu sorgen. Das Problem der Vereinbarkeit wird nicht aktiv angegangen, sondern in die Zukunft verschoben. Auch steigt das Risiko, dass Frauen gänzlich auf ihren Kinderwunsch verzichten – trotz technischer Möglichkeiten. Zudem verschleiert das Angebot die erhöhten Risiken einer medizinisch unterstützten späten Schwangerschaft und suggeriert eine Erfolgsgarantie, die nicht erwiesen ist. „Unerlässlich ist eine Unternehmenskultur, die den Arbeitsplatz auch an den Bedarfen der Familien ausrichtet. Und nicht umgekehrt die Familienplanung an die Arbeitgeberinteressen anzupassen versucht“, so Zeh. „Es sind die Rahmenbedingungen, die für Familien zählen. Social Freezing ist das Eingeständnis von Unternehmen, am Versuch der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gescheitert zu sein.“