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AGF Fachgespräch Familienzusammenführung

 

[25. 6. 2012] Anlässlich der aktuellen Debatte auf EU-Ebene führte die AGF ein Fachgespräch zum Recht auf Familienzusammenführung durch. Besonderes Augenmerk fand dabei die Situation in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Die Auslegung der EU-Richtlinie zur Familienzusammenführung in diesen Mitgliedstaaten wurde von den Teilnehmer/innen weitreichend kritisiert.

 

 

Das Fachgespräch zum Thema Familienzusammenführung fand am 22. Juni in den Räumen der Deutschen Gesellschaft am Potsdamer Platz in Berlin statt. Die geladenen Expert/innen aus Wissenschaft, Politik sowie von Familien- und Migrationsverbänden diskutierten dabei die Ausgestaltung der geltenden Nachzugsregelungen in den EU-Mitgliedstaaten sowie deren Auswirkungen auf die Familien.

Die Vorträge zur Situation insbesondere in Deutschland, Österreich und den Niederlanden machten deutlich, dass nach wie vor in erster Linie die migrationsskeptische Haltung der Politik über die Regelungen zum Familiennachzug bestimmt - und nicht die Bedürfnisse der betroffenen Familien.

Dies stieß bei den Teilnehmer/innen auf deutliche Kritik. Debattiert wurde insbesondere über vor der Einreise zu erbringende Integrationsleistungen wie den Erwerb von Sprachkenntnissen im Heimatland, da diese die Zusammenführung von Familienmitgliedern verzögern oder gar verhindern. Hinterfragt wurde auch die fehlende Anerkennung der Pluralität von Familienmodellen bei Paaren und Familien mit ausländischen Partnern. Anders als gegenüber inländischen Familienbeziehungen würden beim Familiennachzug häufig traditionelle Familienbilder zugrunde gelegt, die vor allem die eheliche Kernfamilie von Mann, Frau und Kindern berücksichtige. Hier mahnten die Teilnehmer/innen zu mehr Realitätsbezug.

 

Für die europäische Ebene zeichnete sich im Fachgespräch die Tendenz ab, dass die EU-Kommission ergänzende Erläuterungen für die aktuelle EU-Richtlinie befürwortet, um dem Ziel der Förderung der Familienzusammenführung Nachdruck zu verleihen. Zahlreiche Verbände und Organisationen hatten bereits im Mai einen Aufruf zur Erleichterung der Zusammenführung von Familien unterzeichnet und die Frage nach dem Umgang mit Verstößen gegen die Richtlinie seitens der Mitgliedstaaten aufgeworfen. Im Rahmen des Fachgesprächs wurde auch nach Ideen gefragt, wie eine eventuelle Ahndung aussehen könnte.