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Position der AGF zur Zukunft der Pflege

alte Hände auf Gehstock

 

[28. 3. 2012] Heute will die Bundesregierung ihren aktuellen Gesetzentwurf zur Reform der Pflege im Kabinett behandeln. Die Pflegereform soll am 01. Januar 2013 in Kraft treten. Inhalt der Reformvorschläge sind vor allem bessere Leistungen für Demenzkranke und ihre Angehörigen sowie die zukünftige Finanzierung der Pflegeversicherung. Aus Sicht der AGF reichen die aufgeführten Maßnahmen jedoch nicht aus, um Familien bei der Pflege zu entlasten.

 

Die in der AGF zusammengeschlossenen Familienverbände haben deshalb gemeinsam eine Position zur Zukunft der Pflege entwickelt. Familien werden durch einen Pflegefall vor besondere Herausforderungen gestellt. Sie übernehmen für ihre pflegebedürftigen Angehörigen Verantwortung und wollen ihnen eine gute Versorgung zuteil werden lassen. Dies tun sie auf unterschiedliche Art und Weise: Indem sie Angehörige alleine oder mit Unterstützung professioneller Pflegedienste zu Hause pflegen oder indem sie sich um ihre Angehörigen in stationären Einrichtungen kümmern. Familien brauchen in dieser Situation zuverlässige und systematische Unterstützung sowie verlässliche zeitliche Ressourcen.

Die AGF plädiert in ihrem Positionspapier für die Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die Pflege. Es muss ein verantwortungsvolles, an der Würde des Menschen orientiertes Pflegeleitbild entwickelt werden, in dem die Individuen, Pflegebedürftige wie Pflegende, mit ihren jeweiligen Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen.

Zur Sicherung der Zukunft der Pflege fordert die AGF die Einführung eines realistischen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der sich am Grad der insgesamt noch verbleibenden Selbständigkeit orientiert und neben körperlichen Einschränkungen auch psychosoziale Störungen wie Demenz angemessen berücksichtigt. Darüber hinaus sollten verstärkt Anreize für eine gerechte Aufteilung geleisteter Pflegearbeit zwischen Männern und Frauen geschaffen werden. Dies gilt in der privaten wie in der professionellen Pflege.

Die Familienverbände fordern, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Pflege auch in der Finanzierung der Pflegeversicherung deutlich zu machen. Notwendig ist deshalb die Verbreiterung der Einnahmebasis durch die gerechte Einbeziehung aller gesellschaftlichen Kräfte sowie aller Einkommensarten in eine soziale Pflegeversicherung.