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Konferenz der FamilyPlatform

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[11. 11. 2010] Am 4. und 5. Nov. fand in Brüssel die zweite große Konferenz der Family Platform statt. Vertreter/innen von NGOs, der EU-Kommission und Wissenschaftler/innen diskutierten mögliche Schwerpunkte für die Einbindung von Familienforschung in Förderprogramme der EU sowie die damit zusammenhängenden politischen Fragen.

 

Die Konferenz in Brüssel wurde von Luca Jahier, dem Präsidenten der Gruppe III des Europäischen Wirtschafts- und Sozialkomittees, und Pierre Valette, Leiter der Abteilung für Wirtschafts-, Sozial-, und Humanwissenschafltiche Forschung der Europäischen Kommission, eröffnet.

Die Veranstaltung führte die Arbeit der FamilyPlatform fort, in der sich seit ENde 2009 150 Vertreter/innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik unter einem Konsortium von zwölf Organisationen zusammengefunden haben, um Schwerpunkte für eine Forschungsagenda für Familienfragen auf EU-Ebene zu erarbeiten. Diese sollen in das achte Rahmenforschungsprogramm der EU einfließen.

Der Auftaktstag der Konferenz widmete sich der Zusammenfassung der bislang erarbeiteten familienrelevanten "Existential Fields" und deren Forschungslücken sowie dem kritischen Feedback der Teilnehmer/innen der FamilyPlatform. Hierbei spielten auch "Zukunftsszenarien" eine große Rolle, die als Methodik der Erarbeitung politischer und wissenschaftlicher Kernfragen für Familienleben und -strukturen diente. NGOs kommentierten aus ihrer zivilgesellschaftlicher Perspektive den Forschungs- und Themenfindungsprozess.

Die koordinierende Wissenschaftlerin Martina Rupp stellte am zweiten Konferenztag die wesentlichen Recherchefelder vor, die sich nach derzeitigem Stand aus dem Prozess der FamilyPlatform und der Beteiligung der NGOs und Wissenschaftler/innen ergeben:

  • Lebensverlauf (life course) und Wandlungen (transitions) im Familienleben (inkl. Familienstrukturen und -formen)
  • Demografischer Wandel (inkl. intergenerationelle Beziehungen)
  • Betreuungsarrangements (Kinder, Ältere, Behinderte)
  • Doing family (inkl. der Rollen innerhalb der Familien, Geschlechterrrollen und Work-life Balance)
  • Migration und Mobilität
  • Monitoring / Evaluation von Sozialpolitiken und das Generieren eines Datenpools für Europa.


Im weiteren Verlauf der Konferenz wurden in Detailvorträgen, einer Posiumsdiskussion und Statements diese Themenfelder genauer dargelegt und mit politischen Fragen verknüpft. So wurde auch die Idee eines "Family  Mainstreaming" als Überprüfungsprozess für jeden Gesetzgebungsakt thematisiert. Weitere wichtige Themengebiete waren die Form der Anerkennung unbezahlter (häuslicher) Fürsorgetätigkeiten, die Adaption der Arbeitswelt an das Familienleben, die Anerkennung von unterschiedlichen Familienformen (auch im Lebensverlauf), Mutter- und Vaterschaft sowie sehr unterschiedliche Fragen der Migration und Mobilität in Bezug auf das Familienleben.

Der Prozess der Family Platform ist noch nicht abgeschlossen, weitere Kommentierungen für eine europäische Forschungsagenda für Familien und Familienleben sind in den kommenden Monaten möglich. Die Forschungsschwerpunkte sollten zum Beginn des Jahres 2011 vorliegen und dann in der EU-Kommission weiter verhandelt werden. Ein erstes Forschungsthema soll von der EU bereits im Juli 2011 ausgeschrieben werden.