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Hintergrundgespräch zu Kinderarmut

Logo des europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung

[2. 9. 2010] Gemeinsam mit der Europäischen Kommission hat die AGF am 01.09.10 ein Hintergrundgespräch zu Kinderarmut durchgeführt. In Brüssel diskutierten Abgeordnete, Vertreter/innen der Kommission sowie Nichtregierungsorganisationen.

 

Auf den Tag genau ein Jahr nach der  erfolgreichen AGF-Konferenz zu Kinderarmut in Europa diskutierten Persönlichkeiten aus dem europäischen und deutschen Parlament, der Europäischen Kommission sowie deutscher und europäischer Nichtregierungsorganisationen zentrale Themen zur Beseitigung und Vermeidung von Kinderarmut vor dem Hintergrund des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.
Erläutert wurden u.a. die neuesten EU-SILC Datenerhebungen sowie weitere Planungen der Europäischen Kommission in Bezug auf die neue Strategie "Europa 2020". Im Zuge der Verabschiedung der Strategie durch den EU-Rat hatte es insbesondere in Deutschland hinsichtlich der Zielsetzungen und Indikatoren Kontroversen gegeben. Die Bundesregierung hatte den sehr relevanten und bereits seit Jahren etablierten Armutsindikator (als armutsgefährdet gilt jemand mit weniger als 60% des Medianeinkommens) genauso abgelehnt wie die Zielsetzung, die Zahl der von Armut bedrohten Personen um 25% zu senken. Verabschiedet wurde letztlich eine Kompromisslösung, die leider nicht sehr befriedigend ist.

Weiteres wichtiges Thema im Hintergrundgespräch war Bildung, die von allen übereinstimmend als ein zentrales Feld der Armutsbekämpfung gesehen wurde. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch die unterschiedlichen Kompetenzen (Europa, Bund Länder) war im Gespräch unstrittig, dass

  • Bildung für alle Kinder zugänglich sein muss, unabhängig von ihrer sozialen Lage, ihrer Herkunft, ihrem Aufenthaltsstatus, ihrem Wohnort und anderer Faktoren,
  • Bildungsangebote  bereits im frühen Kindesalter verfügbar sein sollen, um die Entfaltung der gesamten kindlichen Persönlichkeit zu unterstützen,
  • Bildung vollständig kostenfrei sein sollte, einschließlich der benötigten Lehr- und Lernmaterialien sowie gemeinsamer Aktivitäten und Ausflüge,
  • Ziel nationaler Bildungspolitik sein muss, möglichst viele Kinder zu qualifizierten Abschlüssen zu führen,
  • ein offenes Bildungssystem notwendig ist, das individuelle Lebenserfahrungen anerkennt, die Eltern als Kooperationspartner begreift und soziale Segregation vermeidet,
  • die Aus- und Weiterbildung der Erzieher/innen und Lehrer/innen sich an den unterschiedlichen Bildungsbedürfnissen und Erfahrungswelten der Kinder und Jugendlichen orientieren soll.


Gesprochen wurde letztlich noch über die Bedeutung und die Möglichkeiten, die sich im Arbeitsmarkt ergeben. Nach intensiven vier Stunden herrschte Einigkeit, dass der Austausch in dieser Akteurskonstellation sehr wichtig und wertvoll für Beteiligten ist und der regelmäßige Kontakt aufrecht erhalten werden soll.