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Konferenz der Family Platform in Lissabon

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[08.06.2010] Vom 25. bis zum 27. Mai 2010 hat in Lissabon eine wichtige Etappe der Family Platform stattgefunden. Über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden und Politik diskutierten in Arbeitsgruppen intensiv über zukünftige Forschungsschwerpunkte.

 

Die Lissabon Konferenz war ein Höhepunkt des Prozesses der Family Platform. Ziele der Platform sind es, einen Überblick über die aktuelle Forschung zu erhalten, zukünftige Forschungsnotwendigkeiten sowie kommende Trends der Familienpolitiken in Europa zu identifizieren. Dazu wurden Berichte zu acht unterschiedlichen „Existential Fields“ erstellt, die auf der Konferenz in einem Dialog zwischen Stakeholdern, Wissenschaft und Policy Makern erörtert wurden. Neben den Diskussionen in Lissabon gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einer Internetplattform die Möglichkeit, die Berichte zu kommentieren. Die Anmerkungen und Dialoge werden in einem Extra-Bericht zusammengefasst. Die Berichte sind in 8 Felder unterteilt:
1.    Family Structures and Family Forms
2.    Development Processes in the Family
3.    State Family Policies
4.    Family and Living Environment
5.    Family Management
6.    Social Care and Social Services
7.    Social Inequality and Diversity of Families
8.    Family, Media, Family Education and Participation

 

Die Arbeitsgruppen an den drei Tagen bestanden aus zwischen 10 und 25 Personen und diskutierten zu den acht "Existential Fields" sowie zu insgesamt acht weiteren Themen: Transitions to adulthood, motherhood and fatherhood in Europe, ageing, families and social policy, Gender equality and families, family relationships and well-being, changes in conjugal life, reconciling work and care for young children: parental leaves, reaching out to families: the role of family associations and other institutions.

Szenarios
Aufgabe der Family Platform ist es ebenfalls, Zukunftszenarios zu entwickeln, die dabei helfen, zukünftige Entwicklungen zu verstehen und erlauben, abseits von Realitäten Gedankenspiele zu betreiben. Ziel ist es nicht, reale Szenarien zu entwickeln, die für wahrscheinlich gehalten werden. Es handelt sich dabei vor allem um eine Technik, die freies Denken und Assoziieren erlauben soll und in der Sozialwissenschaft nicht ungewöhnlich ist für die Entwicklung von kreativen Ideen. Vier sehr unterschiedliche Szenarien wurden vorgestellt:

  1. eine Gesellschaft in einem europäischen Staat mit offener Migration, verschiedenen Erziehungsstilen und Werten, einer Mischung privater und öffentlicher Fürsorgesysteme, mit gleichen Chancen
  2. eine Gesellschaft mit fast nicht vorhandener Migration, privater Ausbildungsstruktur,  extremen Werthaltungen, privatisierten Fürsorgesystemen und wachsender Ungleichheit, schwache EU-Strukturen
  3. eine Gesellschaft mit  eingeschränkter Migration, privater Bildung, unterschiedlichen akzeptierten Werten, privatisierten Fürsorgesystemen und mit wachsender Ungleichheit
  4. eine Gesellschaft mit geschlossener Migration, eines starren öffentlichen Bildungssystems mit spezifischen Lehrplänen, akzeptierten unterschiedlichen Werten, öffentlichen Fürsorgesystemen und gleichen Chancen auf niedrigem Niveau, EU als Megastaat, Frauendominanz im Bildungsbereich, Reproduktionsmöglichkeit ohne biologische Eltern nach Staatswunsch.